Nein, damit haben selbst kühnste Optimisten nicht gerechnet. Als am Samstagnachmittag gegen 17.25 Uhr das Endergebnis des Konkurrenten aus Sonthofen kam (3:4 in Nördlingen) und der VfB Durach selbst gegen den BCA Oberhausen mit 6:0 in Front lag, brachen alle Dämme. Dass genau in diesem Moment die Gäste den 1:6-Anschlusstreffer erzielten, bekamen die Meisten gar nicht mehr mit. Singend, klatschend, jubelnd und mit Tränen in den Augen standen die Duracher Kicker am Spielfeldrand und fieberten dem Abpfiff entgegen.Weil sowohl in der Bayernliga alle benötigten Konstellationen eintrafen, weder Aindling noch Heimstetten den Gang in die Landesliga Süd antreten müssen, war für die Mannschaft von Trainer Peter Christl (54) plötzlich die Türe nach oben wieder sperrangelweit offen. Wenige Wochen zuvor schien sich beinahe auch der letzte kleine Spalt noch zu schließen. Mit 3:5 unterlagen die Duracher beim Schlusslicht Langenmosen, zuvor gab es auch ein 0:3 beim Absteiger in Bubesheim. Der Vorsprung aus der Hinrunde schmolz vor sich hin, der 1. FC Sonthofen wurde nach einer furiosen Aufholjagd in der Rückrunde der ärgste Konkurrent im Rennen um die Vizemeisterschaft. Doch just in dem Moment, in dem die Mannschaft am schlimmsten wackelte, zog sie sich mit starken Leistungen selbst wieder nach oben, behauptete den zweiten Platz und stand am Ende auch verdient auf eben jenem Rang.
In der Zuschauerstatistik der Bezirksoberliga Schwaben belegen die Duracher sogar Rang eins. Mit durchschnittlich 301 Besuchern pro Partie lag der VfB am Ende knapp vor dem 1. FC Sonthofen und dem TSV Babenhausen.
Der Aufstieg in die Landesliga Süd ist der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Und einer der Macher ist Trainer Peter Christl. Vor neun Jahren übernahm er den VfB in der Kreisliga, stieg mit dem Verein 2003 zunächst in die Bezirksliga auf, 2006 ging es weiter in die Bezirksoberliga. Im vergangenen Jahr erreichten die Oberallgäuer sogar das Viertelfinale des bayerischen Totopokals und scheiterten erst dort am Drittligisten SSV Jahn Regensburg.
Gefeiert wurde und wird der Aufstieg in Durach ausgelassen, eben so, wie es sich für einen erfolgreichen Dorfverein gehört. Nach einer spontanen Party am vergangenen Wochenende sollen am Freitag ein Autokorso sowie die obligatorische Präsentation auf dem Rathausbalkon folgen. Ein wenig Zeit, den großen Coup zu genießen und zu verarbeiten, haben die Spieler noch. Doch schon in drei Wochen beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison in der Landesliga.



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