Jetzt, ein paar Wochen nach dem großen Sturm, der auch Bad Grönenbach sehr stark erwischt hat, merke ich, was für ein verdammtes Glück wir hatten. Wenn ich so die Einschlaglöcher in den Hauswänden sehe, kommen mir spontan Assoziationen an Krieg. Eine Erfahrung von der man meinen sollte, dass sie unserer Generation erspart bleiben wird.Als frisch gebackener Eigentümer eines Hauses ist man natürlich froh, nicht direkt im "Kanonenfeuer" gestanden zu haben. Und trotzdem werde ich jedes mal beinahe philosophisch, wenn ich an Unglücke dieser Art denke.
Ist es nicht merkwürdig, dass wir Menschen immer wieder glauben, die Natur im Griff zu haben? Wir bauen Staudämme, investieren Millionen an Geld und Arbeitsstunden in den Hochwasserschutz und verkriechen uns dann in unseren überaus sicheren Häusern. Und - zack - führt die Straße durch einen See, fällt der Baum aufs Auto und erschlägt eine ganze Familie, fliegen die Ziegel vom Dach und bricht das Stromnetz eines ganzen Landkreises zusammen. So viel zum Thema Sicherheit.
Als ich neulich zwischen Erkheim und Arlesried fuhr, sah ich riesige Arbeitsmaschinen, die auch zwei Wochen nach dem Sturm noch immer damit beschäftigt waren, die Unmenge an umgeknickten Bäumen, die einen halben Wald mit sich gerissen haben, aufzuräumen.
"Aufräumen" - welch frevelhaftes Wort im Bezug auf die Natur. Was wir begreifen müssen ist, dass sich die Natur nicht "aufräumen", sich keiner Ordnung unterwerfen lässt. Wenn sie will, dann macht sie auch mit uns zivilisiertem Volk was sie will. Und wenn sie will, dann rottet sie uns auch aus.
Einen frohen 21. Dezember 2012 wünsche ich schonmal.



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